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Die Scrum Rollen – Ein Überblick

Jeder, der sich mit dem Thema Scrum und dessen Einführung auseinandergesetzt hat, hat sich schon mit einer der grundlegendsten und elementarsten Frage des agilen Framework beschäftigen müssen. Welche Rollen gibt es bei Scrum und welche Aufgaben haben diese inne? In diesem Blogartikel bekommen Sie einen kompakten Überblick über die Rollen in Scrum und deren wichtigsten Funktionen im Team.

Der Product Owner: Der Wertmaximierer

Der Product Owner – oder auch PO – sorgt dafür, dass das Team den größtmöglichen Mehrwert in jedem Sprint schafft. Er repräsentiert die Stakeholder sowie das Unternehmen hinter dem Produkt und sorgt dafür, dass dieses in jedem Sprint einen optimalen Wertgewinn erfährt.

Seine Aufgabe ist es, die Anforderungen der Stakeholder sowie Produktsponsoren zu kennen und diese sinnvoll an das Scrum Team heranzutragen. Das Ziel ist es mit diesen Informationen das Produkt möglichst optimal zu gestalten und neue Features und Fixes im Sinne der Stakeholder und der Produktoptimierung zu priorisieren.

Diese Priorisierung ist eine seiner elementarsten Aufgaben um Abhängigkeiten und Hindernisse im Produkt zu minimieren und gleichzeitig wichtige Funktionen schnell zu realisieren, um den Wert des Produktes für die Nutzer und Nutzerinnen und das Unternehmen zu maximieren.

Durch die ständige Iteration des Produktes und des Backlogs im Scrum Frameworks ist es für den Product Owner deshalb auch wichtig, auf neue Anfragen im Rahmen des Stakeholdermanagements möglichst schnell zu reagieren. Um Markt- und Strategieänderungen schnell in das Produkt und in das Scrum Team zu tragen, wird das Backlog ständig neu priorisiert.

Weiterhin ist der Product Owner auch für folgende Bereiche zuständig:

  • Verwaltung des Product Backlogs: Wie bereits beschrieben, ist der PO für die Priorisierung, Erweiterung, Reduktion und Planung des Produkt Backlogs zuständig. 
  • Release-Management: Der Product Owner ist dafür zuständig zu entscheiden, wann welches Inkrement des Produktes released werden soll. Selbst wenn das Team per Continuous Delivery & Integration arbeiten sollte, ist es am Ende der PO, der den Releaseprozess eines Inkrementes abbrechen oder genehmigen kann.
  • Stakeholder-Management: Eine weitere Aufgabe des Product Owners ist es mit den Stakeholdern wie Benutzern, Kunden, Unternehmensführung oder/und leitenden Angestellten zusammenzuarbeiten um zu gewährleisten, dass das Scrum tatsächlich einen Mehrwert schafft, der den Ansprüchen und Bedarfen der Stakeholder entspricht. Dafür ist eine intensive Kommunikation und Absprache nötig.

Der Scrum Master: Servant Leadership

Der Scrum Master sorgt in erster Linie dafür, dass das Scrum Framework und dessen Regeln im Team eingehalten und umgesetzt werden. Er ist der “Scrum-Botschafter” im Team und coacht dieses kontinuierlich, um den Prozess zu optimieren und facilitieren. Dabei nimmt er die Rolle als “Servant Leader” im Team ein und unterstützt das Team von innen heraus, mit dem Ziel mögliche Hindernisse im Sprint und im Team zu beseitigen.

Dem Product Owner hilft er dabei, als Coach das Backlog zu verwalten und eine sinnvolle und enge Kommunikation mit den Stakeholdern auf den Weg zu bringen. Währenddessen unterstützt er das Scrum Team generell dabei, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, indem er Blockaden von innen und außen löst und dafür sorgt, dass die Scrum-Events stattfinden.

Dabei liegt der Fokus des Scrum Masters auf folgenden Bereichen:

  • Transparente Arbeitsweise: Der Scrum Master sorgt dafür, dass der Scrum Prozess und die Arbeit im Team transparent gehalten wird. Dafür nutzt er beispielsweise Confluence-Seiten oder JIRA-Dashboards.
  • Selbstorganisation: Die Selbstorganisation des Teams ist ein zentraler Punkt des Scrum Frameworks. Der Scrum Master sorgt dafür, dass das Team sich crossfunktional selbst organisiert und die damit verbundenen Risiken und Anpassungsprozesse erfolgreich bewältigt.
  • Wertevermittlung: “Mut, Fokus, Engagement, Respekt und Offenheit” das sind die 5 Grundwerte von Scrum, die es braucht, um erfolgreich agil zu arbeiten. Als Scrum Botschafter im Team sorgt der Scrum Master dafür, dass diese im Team gelebt werden.

Die Developer: Crossfunktionales Expertenteam

Die “Developer” sind diejenigen, die im Sprint die Arbeit am Produkt verrichten. Dabei meint “Developer” nicht ausschließlich den klassischen Entwickler in der IT, sondern umfasst jede Person, die an einem Produkt mitwirkt.

Die Developer sind dabei crossfunktional aufgestellt. Das heißt, dass alle Kompetenzen die im Scope der Produktentwicklung und des Testings liegen auch innerhalb der Developer vertreten sein sollten. Das können neben Entwicklern auch beispielsweise Marketingfachkräfte, Compliance-Berater, Illustratoren und UI/UX-Designer sein. Wichtig ist nur, dass alle Kompetenzen für die Entwicklung des Produktes im Team verteilt liegen.

Die Developer sollten dabei selbst organisiert arbeiten und die Entscheidungen wie sie etwas erledigen frei treffen können. Im Rahmen der Priorisierung durch den PO haben die Developer meist freie Hand, wie sie ein Problem erledigen, solange sie alle Akzeptanzkriterien zum erfolgreichen Abschluss der Story erfüllen.

Der Fokus der Developer liegt dabei auf:

  • Selbstorganisierte Fertigstellung von Aufgaben im Sprint Backlog.
  • Gewährleistung von Transparenz über Blocker und Fortschritt in den diversen Scrum Events (Daily Scrum, Retrospektive, Review,…)

Der Erfolg von Scrum

Nur wenn diese drei Rollen Hand in Hand zusammenarbeiten und ihre Aufgaben erfüllen, kann Scrum auch in Ihrem Unternehmen ein Erfolg werden. Jede einzelne Person im Scrum-Framework ist eine Säule für den gesamten Prozess und dessen Erfolg. Damit Sie dieses Ziel erreichen können, lohnt es sich einen Agile Coach schon vor der agilen Transformation ins Boot zu holen, damit dieser die Teams coachen und Ihren agilen Change erfolgreich gestalten kann.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Etablierung und Weiterentwicklung der Scrum Rollen in Ihrem Unternehmen. Sie können dazu hier direkt Kontakt mit uns aufnehmen.

TEAMBUILDING DIGITAL – WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES, UM DEN TEAMSPIRIT ZU STÄRKEN?

Teamevents und -aktivitäten waren vor Corona nicht aus dem Arbeitsalltag wegzudenken. Sie waren ein wichtiger Grundbaustein für ein gesundes Teambuilding und eine spannende Abwechslung zum Arbeitsalltag. Doch momentan befinden sich viele Mitarbeiter:innen durch die COVID-19 Situation im Homeoffice und das persönliche Zusammenkommen in den Teams ist auf ein Minimum reduziert.

Umso wichtiger ist es, auch in der heutigen Zeit viel Wert auf Teambuilding und Aktivitäten zu legen – doch wie kann man das online und remote am besten gestalten?
Dafür haben wir hier eine Sammlung an spannenden und abwechslungsreichen Remote- und Onlineaktivitäten vorbereitet. Damit klappt das nächste digitale Offsite oder Teambuilding auch bei Ihnen.

1. Klassische Teambuilding Aktivitäten remote gedacht

Social Beer

Das Social Beer ist eher ein klassischer Ansatz zu einer Remoteaktivität für das Team. Man sucht sich einen Abend, an dem das Team Zeit hat und organisiert für diesen Abend ein sogenanntes “Social Beer”. Der Abend an sich hat kein – oder nur ein kleines – Rahmenprogramm. Hier geht es eher darum den persönlichen und privaten Austausch untereinander zu fördern. Kaltgetränke sind natürlich erwünscht, auch nichtalkoholischer Natur. 

Virtual Book Club

Der Virtual Book Club schafft eine Plattform dafür, sich über fachlich relevante, aber auch über Bücher auszutauschen, die mit der Arbeit nichts zu tun haben. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten den Book Club durchzuführen. Entweder stellen alle Teilnehmenden ein Buch vor, das sie momentan lesen und sprechen Empfehlungen aus und diskutieren über ihre Lieblingsbücher. Die andere Möglichkeit wäre, als Book Club gemeinsam eine Lektüre zu selektieren und diese dann kapitelweise zu lesen und im Book Club immer das Kapitel der letzten Woche zu besprechen und intensiv zu diskutieren.

Online Escape Room

Der Escape-Room ist eine beliebte Teambuildingaktivität. Und das zu Recht. Umso besser, dass es jetzt auch sogenannte “Online Escape-Rooms” gibt, die den Spaß eines Escape-Rooms absolut coronakonform und remote an den eigenen Schreibtisch bringen. Man braucht keine besondere Ausstattung, alles, was man für so einen Online Escape-Room braucht, wird vom gängigen Homeoffice-Equipment mehr als abgedeckt. Es gibt diverse Anbieter für solche Online-Escape Rooms – und auch wenn es erst befremdlich wirken mag: Unsere Erfahrungen damit waren sehr spaßige Abende für das ganze Team.

Online Team Dinner

Das Online Team Dinner ist im Prinzip eine Erweiterung des Social Beers. Mit wenig Rahmenprogramm sollen hier Gespräche und der private Austausch im Team gefördert werden. Was das Online Team Dinner vom Social Beer unterscheidet, ist der Dinner-Part. Für den Abend bereiten alle Team-Mitglieder ihr Dinner vor – und essen dieses gemeinsam in einem virtuellen Raum. Wer das Ganze noch ein bisschen spannender machen will, der kann den gemeinsamen Abend schon beim Kochen starten. 

GIF-War

Eine kleine aber spannende Ergänzung an dieser Stelle ist der “GIF-War”. So nutzt man einen Channel in einem IM-Dienst wie bspw. Slack und täglich oder wöchentlich zum Feierabend haben alle Teammitglieder 10 Minuten Zeit gemeinsam das beste GIF zu einem bestimmten Thema zu posten. Wer das Ganze ein wenig ernsthafter betreiben will, kann über Reaktionen auch einen wöchentlichen Gewinner küren und ein Leaderboard einführen.

2. Spielerische Aktivitäten

Risiko

Das Spiel Risiko eignet sich wunderbar, auch langfristig angelegt für eine kleine Teamauszeit vom Arbeitsalltag. Entweder man spielt eine Partie gemeinsam am Stück – vielleicht ja im Rahmen eines Social Beers – oder man legt die Partie so an, dass man jeden Tag pro Person einen Zug ausführen kann, sodass die Partie Risiko zu einem Dauerbrenner im Team wird.

Dungeons and Dragons

Für die Rollenspiel-Fans unter uns eignet sich das Pen-and-Paper Spiel “Dungeons and Dragons” für spannende und vielseitige Teamabende. Die Regeln sind für Anfänger relativ gut verständlich und mit erfahreneren Spielern an der Seite ist eine Menge Spaß vorprogrammiert. Auch hier kann man eine langfristige Kampagne über mehrere Wochen anlegen oder sich dazu entschließen erst einmal nur zwei bis drei Sessions zu spielen. 

Among Us

Among Us hat das Netz im Sturm erobert – und das zurecht. Es ist kurzweilig und ist extrem zugänglich. Während eine Raumschiff-Crew versucht ein Raumschiff im All zu reparieren, sind unter ihnen sogenannte “Imposter”, die versuchen ihren Fortschritt zu sabotieren und die Crew nach und nach zu dezimieren. Wenn die Leiche eines Crewmitgliedes auftaucht, kann ein Notfallmeeting einberufen werden und Personen können aus dem Spiel gewählt werden. Die Crux: Niemand kann sich sicher sein, wer unter ihnen der Verräter ist. Wird die Crew überleben und die Imposter finden oder werden die Imposter sie vorher komplett ausgelöscht haben?

Scribbl.io

Bei Skribbl.io werden abwechselnd Begriffe gezeichnet (bzw. gescribbelt), das Team muss raten, welcher Begriff sich hinter dem Gekritzel verbirgt.
Klingt einfach, ist aber verdammt knifflig, zumal gegen die Uhr gespielt wird.

Bei Skribbl.io Sessions haben wir oft das Phänomen, dass die Teams kein Ende finden und immer “noch eine Runde” spielen wollen.

Virtual Boardgame Group

Für alle (virtuellen) Brettspiele, die auf einer regelmäßigen Basis oder auch einmalig als Event gespielt werden sollen, können sich Interessierte in einer Virtual Boardgame Group austauschen. Hier bespricht man miteinander virtuelle Brettspiele, tauscht Empfehlungen aus oder plant einfach mal eine gemeinsame Runde in einem Spiel der Wahl.

Virtual Game Group

Eine weitere Idee, um Aktivitäten im Unternehmen – auch bereichsübergreifend – im virtuellen Raum zu fördern, ist eine Virtual Game Group. Diese dreht sich rund um den Austausch zum Thema Videospiele und die Planung gemeinsamer Spieleabende. 

Nach unserer praktischen Erfahrung können die oben beschriebenen Teamaktivitäten, gerade in der aktuellen kontaktarmen Zeit, dazu beitragen den Teamspirit aufrecht zu halten bzw. weiter zu verbessern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Umsetzung von Online-Teamaktivitäten oder zur erfolgreichen Umsetzung von agilen Projekten haben, kontaktieren Sie uns gerne unter contact@agile-ants.com

TESTEN IN AGILEN PROJEKTEN

Agile Softwareprojekte folgen besonderen Methoden, um Software anwenderzentrisch und iterativ zu entwickeln (ein paar Ansichten zu Sinn und Unsinn agiler Methoden: https://agile-ants.de/2019/11/27/alles-agil-oder-was/). Agiles Arbeiten führt zu schnelle Feedbackzyklen zwischen Entwicklungsteam und Product Owner und damit auch zu häufigen Lieferungen neuer Software Artefakte.

Potentiell produktionsreife Software mit jedem Sprint

In Scrum ist das Ziel jedes Sprints die Umsetzung der User Stories, auf die sich das Team zu Beginn des Sprints committed hat. Somit wird zum Ende jedes Sprints ein Stück Software geliefert, das diese neu umgesetzten Funktionalitäten beinhaltet.

Das bedeutet auch, dass dieses Sprint Artefakt einen Qualitätsanspruch haben sollte, der einem produktionsreifen Zustand entspricht (“potentially shippable”). Um dies zu erreichen, muss das Testen der Software fest in der Entwicklung verankert werden und in der Verantwortlichkeit der Entwicklungsteams liegen.

“Shift left” pattern

Je später im Entwicklungsprozess ein Bug gefunden wird, umso mehr Schaden (Kosten, Projektrisiko, Zeitverzögerungen, Verlust an Reputation) entsteht für das Unternehmen. Organisationen sollten also bestrebt sein, Fehler möglichst früh im Entwicklungsprozess zu finden und beheben. Das klingt zunächst logisch. 

Dennoch organisieren viele, auch agile, Projekte ausgerechnet ihre Testphasen nach dem Wasserfallprinzip: Erst wenn alle zu testenden Lösungsbausteine verfügbar sind finden zwei- bis dreimal jährlich groß angelegte Testvorhaben und komplexe Staging-Orgien statt.

Leider macht man auf diese Weise beim Thema Testen einen Teil der gewonnenen Agilität des Entwicklungsprozesses wieder zunichte. Funktionale Anforderungen werden im jeweiligen Sprint entwickelt und im Sprint Review abgenommen. Das umfangreiche Testen von funktionalen und – insbesondere auch – nichtfunktionalen Anforderungen wird jedoch oft asynchron zum Sprint oder einfach “irgendwann später” gemacht.

Man verschenkt zudem die Möglichkeit, die man durch das häufige Testen kleiner Inkremente hat: Frühzeitiges Erkennen und Beheben von Bugs und Verhinderung von Fehlerkaskaden, also unerkannte Fehler, die Folgefehler mit sich bringen (und deren Analyse meistens aufwendig und zeitraubend ist).
Daher streben agile Teams das “Shift left” Pattern an, also das Heranrücken der Testaktivitäten an den Entwicklungsprozess, der ganz links, also am Anfang einer Iteration steht, daher “Shift left”.

Regressives Testen

Regressives Testen ist ein fester Bestandteil in agilen Projekten. Es bedeutet, dass man bei der Neuimplentierung einer Funktionalität stets überprüft, ob diese Änderung/Erweiterung am Quellcode nicht zu einem anderen Problem führt. Dies gilt auch für Bugfixes, bei denen manchmal ein Fehler behoben wird und gleichzeitig zwei neue Fehler unbeabsichtigt eingebaut werden. 

Die Häufigkeit der Durchführung macht eine Automatisierung dieser Tests zwingend notwendig, um die Schlagzahl der Testdurchläufe realisieren zu können.

Hoher Automatisierungsgrad

Die Anforderungen an eine entwicklungsbegleitende Qualitätssicherung lassen sich am besten mit einem hohen Grad an automatisierten Test- und Deploymentverfahren bedienen. 

Dabei gilt keinesfalls “Viel hilft viel”, man sollte sich stattdessen vorher Gedanken machen, für welche Softwarekomponenten und Akzeptanzkriterien bestimmte Testarten am sinnvollsten sind. Ausserdem sollte die Wiederholbarkeit im Vordergrund stehen, also Tests die voraussichtlich bei jedem neuen Artefakt neu ablaufen werden.

Für die verschiedenen Testarten, z.B.

  • Unit Tests
  • statische und dynamische Codeanalyse
  • Oberflächentests
  • Schnittstellentests
  • Last- & Performancetests
  • Kapazitätstests

gibt es eine Vielzahl von Tools am Markt, sowohl im kommerziellen Bereich, aber auch als Open Source oder Community Projekt. Wir helfen Ihnen gerne bei der herstellerneutralen Auswahl des geeigneten Tools für Ihr Testvorhaben.

Continuous Integration

Meistens werden diese Tools mit Continuous Integration (CI) Werkzeugen wie Jenkins, Octopus oder Bamboo zu sogenannten Pipelines zusammengestöpselt, um automatisiert und regelmässig die Qualität der Software zu überprüfen. In den Pipelines werden der Ablauf der einzelnen Tools und ihre Parametrisierung festgelegt.

Das Starten der Pipeline kann entweder zeitlich gesteuert (z.B. nächtlich) oder ereignisgesteuert (z.B. bei Einchecken von Quellcode im Repository) erfolgen.

In einer erweiterten Variante einer CI-Pipeline kann auch die Auswertung der Testergebnisse anhand von vorher festgelegten Key Performance Indikatoren (KPIs) automatisch erfolgen, sodass ein manueller Eingriff nur bei Abweichung der Ergebnisse von den KPIs erforderlich ist.

Fazit:

Der Vorteil agiler Softwareentwicklung lässt sich nur dann vollständig heben, wenn man auch das Testen der Software agilisiert.

Testautomatisierung ist einer der Schlüssel zum Erfolg, jedoch für sich genommen keine Garantie für eine erfolgreiche agile Qualitätssicherung. Die konzeptionelle Vorarbeit ist nicht zu unterschätzen, zudem muss das Mindset aller am Projekt beteiligten stimmen.

Sollten Sie Rückfragen oder konkrete Anforderungen in den Bereichen “Agiles Testen” oder “Continuous Integration” haben, helfen wir Ihnen gerne mit unserer umfangreichen Projektpraxis in diesem Umfeld. Nehmen Sie gerne einfach Kontakt mit uns auf.

AGILES ARBEITEN IN VERTEILTEN TEAMS – BEST PRACTICES

Es gibt viele Gründe und Situationen, bei dem sich das Arbeiten mit verteilten Teams lohnt und für Ihren Betrieb eignet. Ob es wirtschaftliche Gründe sind, wie das Einsparen von Zeit im Berufsverkehr oder eine optimalere Auslastung Ihrer Büroflächen oder es sogar – wie im Falle von COVID-19, dem Corona-Virus, der Sicherheit der Angestellten gilt.

Doch die Arbeit in verteilten Teams bringt einige Herausforderungen mit sich, besonders, wenn diese verteilten Teams agil arbeiten. Wichtig an dieser Stelle ist es, dass das Mindset starke Kommunikation, Koordination und Transparenz reflektiert und auch remote so gelebt wird, wie bei den agilen Teams vor Ort.

Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass ein agiles verteiltes Team mit den richtigen Tools und Kommunikationstechniken dieselbe Produktivität an den Tag legen kann wie sein lokales Komplementär. Was Sie dazu benötigen, erklären wir in diesem Artikel.

WIE KÖNNEN SIE VERTEILTE TEAMS OPTIMAL KOORDINIEREN?

  • Nutzen Sie Videokonferenzen.
    Videokonferenzen ermöglichen es Ihnen, die Emotionen und Gesten Ihres Gegenübers zu erkennen und lassen dem Team die Möglichkeit von non-verbaler Kommunikation offen. Weiterhin wird durch ein Bild des Gegenübers im Gespräch ein besseres Verhältnis im Team geschaffen.Es heißt ja nicht umsonst: “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”.
    Es gibt heute viele günstige oder kostenlose Tools, die es ermöglichen effizient Videokonferenzen abzuhalten und zu moderieren. Wir bei AGILE ANTS nutzen beispielsweise die Lösung „Zoom“ (https://zoom.us) für die tägliche Videokommunikation. Wir haben im Laufe der Zeit verschiedene Lösungen ausprobiert, haben Zoom aber insbesondere für sehr stabile Videoverbindungen, auch bei schmalbandigen Verbindungen und einer grossen Anzahl von Teilnehmern schätzen gelernt.
  • Stellen Sie einheitliche Tools zur Verfügung.
    Nichts ist frustrierender als ein „Tool-Zoo“, der Teams vor die Frage stellt, welches sie nun am besten nutzen können. Stellen Sie ausserdem sicher, dass alle Teammitglieder Zugang zu den benötigten Tools und zu allen Projektdaten haben. Dabei sollten Sie Wert auf möglichst unkomplizierte Zugangsstrukturen und Berechtigungssysteme legen um das einfaches onboarding von neuen Teammitgliedern zu ermöglichen.
  • Erschaffen Sie einen transparenten, klar definierten und leicht zugänglichen Backlog.
    Der Backlog ist das Herzstück ihres Projektes und sollte entsprechend leicht für das gesamte Team zugänglich sein. Es ist von großer Relevanz, dass das Team versteht, was der Product Owner wie umgesetzt sehen möchte. Um dieses Kriterium zu erfüllen, ist es wiederum sehr wichtig, den Backlog ganz klar zu definieren und anhand von Akzeptanzkriterien und einer passenden “Definition of Done” die Items im Backlog möglichst im Vorhinein rückstandslos zu definieren. 
  • Ermöglichen Sie kollaboratives Arbeiten im Team.
    Häufig entstehen die besten Resultate, wenn man Aufgaben in einem aktiven Austausch mit seinem Team bearbeitet. So auch bei agilen, verteilten Teams. Durch Echtzeit-Kollaborationen wie sie bei Google Docs oder Google Sheets möglich sind, können kann das Team live miteinander arbeiten und Ideen austauschen und gegenseitig optimieren. Es gibt viele Tools auf dem Markt, die Ihrem Team kollaboratives Arbeiten in Echtzeit ermöglichen.

WIE UNTERSTÜTZEN SIE AGILE METHODEN DABEI?

Das Scrum Framework bringt einige Events und Strukturen mit sich, die man als Team in einem Sprintzyklus durchläuft. Wie zeigen Ihnen, wie Sie diese Events in verteilten Teams optimal durchführen und anpassen können. 

  • Sprint Planning:
    Im Sprint Planning werden die Ziele des nächsten Sprints definiert. Es wird ein klares Ziel gesetzt und der Sprint Backlog wird erstellt. Bei einem verteilten Team hat ein Alignment hier die oberste Priorität. Am Ende des Sprint Plannings muss anhand des Sprint Backlogs ganz klar für jedes Team ersichtlich sein, welche Aufgaben innerhalb des nächsten Sprints zu erledigen sind. Durch eine gemeinsame Zielsetzung im Team soll außerdem verhindert werden, dass das Team in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
  • Daily Scrum: 
    Das Daily im Scrum ist ein elementarer Bestandteil des Frameworks und ein wichtiges Event für die Teammitglieder die hier täglich in den Austausch treten können. Beim Daily Scrum geben die Teammitglieder ein kurzes Statusupdate und klären das Team über aktuelle Hindernisse in Ihrer Arbeit auf. In einem verteilten Team ist dieses Event genauso wichtig wie bei einem lokalen Team – wenn nicht noch wichtiger. Hier können Strategien für den Tag besprochen und definiert werden und es kann, durch schnelle und persönliche Kommunikation, oft ein ausschweifender Mailverkehr verhindert werden.
  • Der Sprint:
    Während des Sprints sind für ein verteiltes, agiles Team eine klare Tool Suite und ein einfacher Zugang zu den Projektdaten elementar. Die Arbeit im Sprint an sich kann – je nach Mindset und Präferenz des Teams – bei verteilten Teams dann jedoch weitestgehend autark oder mit Hilfe von Echtzeit-Kollaborationstools vonstatten gehen.
  • Sprint Review:
    In diesem Event werden die Ergebnisse des letzten Sprints gegengeprüft. Während bei allen anderen Events prinzipiell eine Videokonferenz ausreicht, ist es an dieser Stelle elementar auch Bildschirmübertragungen live zu ermöglichen. Dieses Event sorgt bei verteilten Teams für ein zentrales Feedback und gibt dem Team ein Gefühl dafür, welchen realen Wert sie geschaffen haben.
  • Retrospektive:
    An dieser Stelle iterieren wir den Scrum Prozess als solchen und daher ist dieses Element besonders für verteilte Teams von großer Bedeutung. Da jedes Team anders funktioniert und besonders die verteilte agile Arbeit eine große Herausforderung darstellt, gibt dieses Event die Möglichkeit das gesamte Framework an mein Remote-Team anzupassen und ein verteiltes Arbeiten so weit zu optimieren, dass es der Arbeit vor Ort nicht mehr nachsteht.

Natürlich sollten Sie genug Zeit für Iterationen einplanen und jedes Team wird eine andere agile Arbeitsweise für sich finden. Es ist wichtig, dass Sie jedem Team die Zeit und Freiräume lassen, damit es sich selber stetig optimieren kann. Wenn Sie aber eine gute Grundlage durch das Bereitstellen einer passenden Infrastruktur schaffen und dem Team die Zeit geben sich auf das verteilte, agile Arbeiten einzustellen, dann steht der reibungslosen Umsetzung nichts mehr im Wege.

TOOLÜBERSICHT

Übersicht einiger Tools, die wir bei AGILE ANTS selber regelmässig nutzen (keine Werbung, keine Affiliate-Links!):

VIDEOKONFERENZEN/WEBINARE

  • Zoom
    Cloudbasierte Audio-, Video- und Screensharinglösung, sehr stabil auch bei schmalbandigeren Verbindungen und hohen Teilnehmerzahlen; diverse Erweiterungsmodule, z.B. zur Durchführung von Webinaren oder zur Anbindung von Videokonferenz-Hardware (https://zoom.us)
  • Jitsi
    Fokus auf Videokonferenz, Community-getriebenes Projekt, lizenzkostenfreie Version, on-Premise Lösung; keine Möglichkeit von weltweiten Einwahlnummern (https://jitsi.org)

DIGITALE WHITEBOARDS

  • Miro
    Whiteboard-Tool mit Unterstützung zahlreicher Plattformen und grosser Auswahl an fertigen Templates (https://miro.com/)
  • Figma
    Spezieller Fokus auf kollaboratives Arbeiten an UI-Design, z.B. im Rahmen von Design Sprints (https://www.figma.com/)
  • Zoom Rooms
  • Cloudbasierte Lösung (Zusatzmodul zu Zoom, zur Nutzung von virtuellen Whiteboards in Verbindung mit Touch-Hardware (https://zoom.us/de-de/zoomrooms.html)

SYNCHRONE TEAMKOMMUNIKATION

PLANNING (POKER)

RETROSPEKTIVE

  • FunRetro
    Cloudbasiertes Tool zum Durchführen von Retrospektiven, mit zahlreichen Templates, wie z.B. Starfish, SWOT, Six thinking hats etc. (https://funretro.io/)

AUDIO HARDWARE

VIDEO HARDWARE

ALLES AGIL ODER WAS?

Wann machen agile Methoden Sinn und wann lässt man besser die Finger davon?

Auch als begeisterte “Agilisten” sind wir manchmal erstaunt, welche Projekte an uns herangetragen werden, die agil umgesetzt werde sollen.

Momentan scheinen agile Methoden das Allheilmittel für viele Vorhaben zu sein. Bei allem Hype sollte man aber genau betrachten wann und für wen agile Methoden nützlich sind, um das gewünschte Projektziel zu erreichen.

Dabei können agile Methoden der Treibstoff für die erfolgreiche Digitalisierung in Unternehmen sein. Entscheidend ist der sinnvolle Einsatz.

Ein sich ständig wandelndes Marktumfeld stellt hohe Anforderungen an Unternehmen:

Neue Ideen müssen frühzeitig auf ihre Machbarkeit geprüft werden, ohne aufs falsche Pferd zu setzen und große Budgets in weniger vielversprechende Produkte zu verschwenden.

Während der Produktentwicklung müssen Unternehmen dann stets in der Lage sein, auf sich ändernde Anforderungen und ein sich änderndes Marktsegment (Kunden, Wettbewerber) reagieren zu können. Ein sehr dynamischer Markt muss ständig beobachtet werden, Marktveränderungen müssen in die Produktentwicklung direkt einfliessen.

Und schließlich muss am Ende auch noch ein qualitativ hochwertiges Produkt entstehen, das ein gutes Kundenerlebnis bietet und sich gegen den Wettbewerb durchsetzen kann.

Wann machen agile Projektmethoden Sinn?

Bei vielen Projekten stehen die Anforderungen zu Projektstart noch nicht fest oder sind nicht zumindest nicht gänzlich formuliert. Ausserdem sind die Prioritäten, nach denen die Anforderungen umgesetzt werden sollen unklar.

Zudem entschliessen sich viele Unternehmen dazu, bereits in einem frühen Entwicklungsstadium Kundenfeedback zu erhalten und dieses direkt in die Verbesserung und Weiterentwicklung des Produkts einfliessen zu lassen. Damit erreichen sie eine bessere „time to market“ und durch die Kundeneinbeziehung auch eine höhere Kundenakzeptanz.

In diesen Fällen machen agile Methoden Sinn und können durch das iterative Vorgehen helfen, schneller mit einer 80%-Lösung (oder bereits mit einem MVP, “Minimum Viable Product”) auf den Markt zu kommen, den Markt rechtzeitig zu besetzen und das Produkt dann kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch bei einem reduzierten Funktionsumfang ist jedoch stets derselbe Qualitätsanspruch anzusetzen, den man auch für das vollständige Produkt vorsieht.

Wann machen agile Projektmethoden eher keinen Sinn?

Bei Projekten, in denen zu Beginn des Projekts bereits alle entscheidenden Parameter (Scope, Delivery, Lieferzeitpunkt) von vornherein feststehen, können agile Projektmethoden ihre Stärken nicht ausspielen und keinen signifikanten Mehrwert liefern.

Ausserdem kann es Projekte geben, bei denen das Projektziel sehr detailliert und vollständig spezifiziert ist (oder sein muss) und “vom Ende her gedacht” ist. Dies trifft beispielsweise oft in Engineering-Projekten zu. Der Grund können aufwendige technische Zertifizierungen für bestimmte Systemteile sein. Jede Änderung an den Anforderungen hätte eine ebenso aufwendige und kostspielige Re-Zertifizierung zur Folge und sollte vermieden werden.

In diesen Fällen steht der bewusst durchgeplante Projektcharakter im völligen Gegensatz zu einer iterativen und agilen Vorgehensweise, die Veränderungen und Verbesserungen während der Produktentwicklung ausdrücklich fördert. Wir versuchen hier gar nicht erst eine agile Herangehensweise zu forcieren, sondern

Als erste Entscheidungshilfe für den sinnvollen Einsatz agiler Methoden kann die nachstehende Stacey Matrix helfen, die wir Kunden für die erste grobe Orientierung empfehlen.

Fazit:

Agile Projektmethoden sind kein Allheilmittel. Wenn Verantwortlichkeiten und/oder Anforderungen vollkommen unklar sind oder niemand da ist, der eine Produktvision formulieren kann, dann wird keine Methodik dies per se lösen.

Agilität sollte ausserdem keine Entschuldigung für schlecht formulierte Anforderungen (und vor allem Akzeptanzkriterien) oder für allgemeines Anforderungs- und Priorisierungschaos sein (beliebte Phrase: “Wir sind ja agil…”). Damit verbrennt man wertvolle Teammotivation und eine an sich sinnvolle Methodik.

Wir helfen unseren Kunden in einem solchen Fall durch ein ehrliches Projekt-Assessment, bei dem die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Herangehensweisen, bezogen auf das konkrete Projekt, beleuchtet werden und eine Vorgehensweise empfohlen wird. Und das kann dann durchaus auch eine nicht-agile sein.